Mittelalter

Vom siebenten bis zum zehnten Jahrhundert unterstand Aserbaidschan den arabischen Kalifen, unter deren Herrschaft das Land vollständig islamisiert wurde (abgesehen von einem kleinen Teil der Albaner in Karabach, die am christlichen Glauben festhielten). Trotz eines gewissen wirtschaftlichen Aufschwungs in jenen Tagen, und obwohl sich zahlreiche Städte zu blühenden Metropolen entwickelten, empfanden die Aserbaidschaner die arabische Herrschaft als Unterjochung. Es ist nicht zufällig, dass sich einer der stärksten Aufstände im arabischen Kalifat in Aserbaidschan unter Leitung von Babäk ereignete, der von 818 bis 838 gegen die ausländischen Ausbeuter kämpfte und sechs Armeen der Kalifen zerschlug. In 838 wurde Babäk in der arabischen Stadt Samira öffentlich hingerichtet.

Mit dem Ende dieser Epoche bildeten sich sofort freie aserbaidschanische Staaten wie Scheddadis, Atabej-Eldegisen, Schirwanschachen heraus, die als Kernstücke der späteren kulturellen und politischen Entwicklung des Landes gelten. Das 12. und 13. Jahrhundert sah das Aufblühen des Fürstentums der Chatschen in der Berg-Karabach-Region, die von albanischen Königen regiert wurde. Die Regierungszeit von Hasan Dschala (1215 bis 1262) brachte eine albanische Renaissance. Unter ihm wurde der Bau der Gandassar-Klosteranlage vollendet.

Einen schweren Rückschlag brachte der Mongolensturm im 13. Jahrhundert doch unmittelbar darauf erholte sich Aserbaidschan wieder.

Anfang des 14. Jahrhunderts begann im Norden von Aserbaidschan der neue Aufstieg der Schirwanschahen, während sich im Süden Garagojunlus, und später Aghgojunlus entwickelten. 1501 wurde das Safawiden reich mit der Hauptstadt Täbris gegründet, das zum ersten Mal alle Gebiete Aserbaidschans in einem Staat vereinigt hat. Der Gründer dieses Staates ist Aserbaidschaner Schah Ismail I (war an der Macht 1502-1524), der auch als berühmter aserbaidschanischer Dichter unter dem Pseudonym Chatai bekannt ist. Das Safawidenreich erstreckte sich vom Amu-Darja bis zum Euphrat, von Derbent bis zu den Küsten des Persischen Golfes und erreichte insgesamt 2.800.000 Quadratkilometer. Nun setzte sich das Aserbaidschanische als Staatssprache durch, und die Wissenschaften, vor allem die Naturwissenschaften, wurden entwickelt.