Bildungspolitik

Nach dem Erwerb der Unabhängigkeit der Aserbaidschanischen Republik bildet die Bildungspolitik eine der wichtigen Säule der Regierungspolitik. 1999 bestätigte der Staatspräsident Heydar Alijew das “Reformprogramm in der Bildungssphäre”, um strategische Richtungen in der Reformierung der Bildung bestimmen zu können. Gemäß dem Erlass des Staatspräsidenten “Über die Reformen im Bildungsbereich in der Aserbaidschanischen Republik” wurden zusammen mit Experten der Weltbank ein “Reformprogramm” vorbereitet. Zur Durchführung dieses Programms stellte die Weltbank einen Kredit in Höhe von fünf Millionen USD zur Verfügung. Dieses Programm beinhaltet die Reformierung des Bildungsplans und Bildungsprogramms, der methodischen Aspekte des Unterrichts, des Monitorrings und der Bewertung des Projektes.

Die Aserbaidschanische Regierung unternimmt vielfältige bilaterale und multilaterale Bestrebungen, um das nationale Bildungswesen an das internationale anbinden zu können. Anhand dieser Aktivitäten schloss sich Aserbaidschan der Pariser Konvention von 1979 über die Bildung, der Konvention Bangkok von 1983, sowie der Lissabonner Konvention von 1997, die UNESCO und Europarat zusammen angefertigt haben, an. Im Jahre 2005 wurde Aserbaidschan in den Bologne- Prozess bezüglich der Anerkennung der Hochschulabschlußzeugnisse aufgenommen.

Seit Mitte 1990er Jahre nimmt Aserbaidschan an verschiedenen regionalen und internationalen Projekten und Programmen bezüglich der Schul- und Hochschulbildung teil. Einige ausgewählte von ihnen wird wie folgt zusammengefasst:

Der Europäische Bildungsfonds realisiert zusammen mit dem Bildungsministerium der Aserbaidschanischen Republik das Projekt bezüglich der “Entwicklung der beruflichen Bildung in Aserbaidschan”. Das Ziel dieses Projektes besteht bei der Umorganisierung der technischen beruflichen Bildung.

Die britische Regierung führt das Programm über die “Verbesserung der Methodik des Englischunterrichts in den aserbaidschanischen Bildungseinrichtungen” durch. Im Rahmen dieses Programms werden regelmäßig Seminare bezüglich der Unterrichtsmethodik der englischen Sprache in Baku und in den Regionen abgehalten, aserbaidschanische Lehrerinnen und Lehrer werden zum Zwecke der Ausbildung und Weiterqualifizierung nach Großbritannien entsandt.

Das Bildungsdepartment des Europarates bereitete zusammen mit den Regierungen der südkaukasischen Staaten das Projekt “Gesetzgebung auf dem Gebiet der Gewährleistung der Qualifikation der Hochschulausbildung in Aserbaidschan, Armenien und Georgien” vor. Das Projekt soll einen Beitrag zur Schaffung von Mechanismen mit einem internationalen Standard zur Gewährleitung der qualitativen Hochschulausbildung leisten.

Das gemeinsame regionale Projekt “Europarat und Tifliser Initiative” beinhaltet die Verfassung eines neuen Lehrbuches “Geschichte der Völker im Kaukasus” für 15 und 16 jährige Schülerinnen und Schüler in den europäischen Schulen.

Zusammen mit dem Europarat arbeitet die aserbaidschanische Regierung an dem Projekt “Politik bezüglich Bildung von nationalen Minderheiten”.

Das internationale Projekt der Europäischen Union TEMPUS/TACIC sieht die Gewährleistung der technisch-finanziellen Hilfe in den aserbaidschanischen Hochschulen vor. Die im Rahmen dieses Projektes bereitgestellten Gelder belaufen sich auf 3,37 Millionen Euro.

Die USA realisiert das Projekt “Partnerschulen zwischen den USA und den GUS-Ländern”. Im Rahmen dieses Projektes hielten sich 25 Schüler aus fünf Schulen in Baku für einen Monat in den Schulen der USA auf. Gleiche Zahl der US-Schüler besuchten aserbaidschanische Schulen.

Auch die Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) aus Deutschland arbeitet mit der aserbaidschanischen Regierung im Bildungsbereich gut zusammen. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurden 44 Schulen in den aserbaidschanischen Distrikten Chysy, Devetschi und Siyasan renoviert und vier neue Schulen gebaut.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) koordiniert die deutsch-aserbaidschanische Zusammenarbeit im Hochschul- und Forschungsbereich. Nach der Aufnahme der bildungspolitischen Kontakte zwischen Aserbaidschan und Deutschland wurden seit 1992 mehr als 430 gemeinsame Programme durchgeführt. Die Programme umfassen verschiedene Spektren der Zusammenarbeit, wie die Aufbau- und Magisterstudien, Sprachkurse, Forschungsaufenthalte usw.

In der bildungspolitischen Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und Japan sind die Aktivitäten der japanischen Botschaft in Baku zu würdigen. Die japanische Botschaft unterstützt vor allem den Bau und den Wiederaufbau der Schulen in den aserbaidschanischen Regionen.

Die Aserbaidschanische Regierung wirkt auch im sog. Bologna-Prozess im Bildungsbereich der europäischen Länder mit. Dieses Programm beinhaltet die gegenseitige Anerkennung von Hochschulabschlüssen in den Ländern des Europarates.

Allgemeine Schulpflicht ist von 6 bis 17 Jahren. An den 17 Universitäten oder Hochschulen sind 26% der altersrelevanten Bevölkerung eingeschrieben. Analphabetenrate beträgt bei Männern 0,3% und bei Frauen 0,5%.

In Aserbaidschan gibt es zahlreiche wissenschaftliche Forschungseinrichtungen. Anfang 2001 betrug die Anzahl der Hochschulen, Forschungsinstitute und andere wissenschaftliche Einrichtungen 137.