Überblick

Wirtschaftliche Entwicklung 2009 und 2010

Die internationale Gemeinschaft wurde durch die Finanzkrise schwer getroffen. Dennoch setzte im sich im Jahr 2009 der dynamische wirtschaftliche und sozialen Entwicklungsprozess Aserbaidschans fort. Die Zahl der erbrachten Leistungen in den Produktions- und tertiären Sektoren stieg weiter an. Die makroökonomischen Zahlen, der im Jahr 2009 erbrachten Leistungen und das erzielte Wachstum, hat dafür gesorgt, dass Aserbaidschan seinen vorrangigen Platz unter den dynamischsten Wirtschaftsstandorte weltweit beibehalten hat. Die Zunahme der Produktionszahlen in bestimmten Produktionsbranchen, die Ausweitung von Investitionen, die Stimulierung des Unternehmertums und Gewährleistung eines großen Spielraums für Initiativen haben die ökonomischen Grundlagen des Landes weiter gestärkt.

Der Start zum zweiten regionalen Entwicklungsprogramm, das im April 2009 verabschiedet worden war, hat die ökonomischen Aktivitäten angespornt und die Schaffung neuer Produktionsbranchen beschleunigt. Dies alles hat die dynamische Entwicklung der Volkswirtschaft des Landes befeuert. In der Sitzung des Ministerkabinetts der Republik Aserbaidschan über die Ergebnisse der sozio-ökonomischen Entwicklung im Jahre 2009 hat Präsident Ilham Aliyev erklärt, dass Aserbaidschan nach der Schlussbilanz 2009 zu den Weltländern mit der höchsten Entwicklungsrate gehört. Dies wird auch durch einen Blick auf die ökonomischen und sozialen Zahlen Aserbaidschans im Jahr 2009 deutlich. Im Jahr 2009 ist das BIP in Aserbaidschan um 9,3% gestiegen. Man kann dies als historischen Erfolg zählen.

Im Bericht des Staatlichen Statistik-Komitees über die sozio-ökonomische Entwicklung wird gezeigt, dass das BIP in Aserbaidschan im Laufe des Jahres 34,6 Mrd. AZN (31,7 Mrd. EUR) betragen hat, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 3,7 Mrd. AZN (3,4 Mrd. EUR) bedeutet.

50% des BIP im Zeitraum des Berichts wurde in den folgenden Industriebranchen erzeugt: 6,7% in der Agrar-, Jagd- und Waldwirtschaft, 7,4% in der Bausparte, 8% in Handel und Dienstleistungen, 6,6% in der Transportsparte, 2% in der Kommunikationssparte, 11,7% in sozialen und anderen Diensten, 7,6% durch die reinen Steuern für Erzeugnisse und Import. Das BIP im Öl-Sektor des Landes ist im letzten Jahr um 14,3% und im Nicht-Öl-Sektor um 3,2% gestiegen. Es wurde binnen des Jahres einen Mehrwert in Höhe von 3.917,3 AZN (3593,5 EUR) pro Kopf erzielt, das sind 7,9% Mehr gegenüber dem Vorjahr. Dies bedeutet, dass sich die positive Entwicklungstendenz in Aserbaidschan trotz der die ganze Welt betreffenden Finanzkrise in allen sozialen und Wirtschaftsbereichen fortgesetzt hat. Obwohl die Finanz- und Wirtschaftskrise in vielen Weltstaaten die Rezession der Wirtschaft verursacht und die Arbeitslosigkeit gesteigert hat, erfolgte zeitgleich in Aserbaidschan die Schaffung neuer Produktionsbranchen und ökonomischer Wachstum. Die Durchführung erheblicher Infrastruktur-Projekte in unserem Land wurde dank staatlicher Investitionen aber auch dank privatwirtschaftlicher Betätigungen verstärkt.

Eine positive Entwicklungstendenz konnte im Jahr 2009 auch in den Schlüsselindustriebereichen der Landeswirtschaft festgestellt werden. Der Anteil der Industrie am Wachstum war am größten und gewährleistete das rasche Entwicklungstempo des BIP. Nach Angaben des Staatlichen Statistik-Komitees wurde im letzten Jahr seitens der Wirtschaft Produkte im Wert von 22,2 Mrd. AZN (20,4 Mrd. EUR) erzeugt, was gegenüber 2008 eine Steigerung von 8,6% bedeutet. Die binnen eines Jahres geleitstete Industrieproduktion betrug insgesamt 16,8 Mrd. AZN (15,4 Mrd. EUR), davon zu 75,7% im Bergwesen (4,2 Mrd. AZN (3,9 Mrd. EUR)) und zu 18,9% im Verarbeitungsbereich (1,2 Mrd. AZN (1,1 Mrd. EUR)) und zu 5,4% im Strom-, Gas- und Wassererzeugungsbereich. Die Entwicklungstendenz der Landesindustrie setzt sich fort und ihre reale Gesamtbilanz ist in letzten 5-6 Jahren ca. um das 2,5fach gestiegen. In der Vollsitzung des Ministerkabinetts der Republik Aserbaidschan vom 18. Januar 2009. hat Präsident Ilham Aliyev diesen Faktor auf die erfolgreiche Industrialisierungspolitik im Land zurückgeführt. Maßgeblich für diesen Erfolg sind die Vielzähligen Abkommen mit transnationalen Korporationen der Industrieländer durch die die weitere Entwicklung der Öl- und Gasindustrie in Aserbaidschan gewährleistet wird und die Erreichung einer Rekordförderung in den genannten Sektoren möglich wird. Durch die erfolgreiche Betreibung der Öl- und Gaspipelines Heydar Aliyev, Baku-Tiflis-Ceyhan und Baku-Tiflis-Erzurum sowie anderer Lieferwege wurden die Exportmöglichkeiten Aserbaidschans erheblich vergrößert. Das hat Aserbaidschans Bedeutung bezüglich der Energiesicherheit Europas und der Welt vergrößert. Auch in den Nicht-Öl-Sektoren werden Entwicklungsprojekte immer zahlreicher. Diese Tendenz ist Folge der Eröffnung neuer Produktions- und Verarbeitungs-Betriebe, der zunehmenden Herstellung wettbewerbsfähiger inländischer Produkte und des zunehmenden Interesses an aserbaidschanischen Erzeugnissen auf dem Weltmarkt.

75% der 2009 beschaffenen Industrieprodukte gehörten zum privaten Sektor. Die Gesamtproduktion bestand in der Erzeugung von zu 92,7% Industriegütern und zu 7,3% industriellen Dienstleistungen. Infolge der Gewährleistung günstiger Umständen für die Produktion und für das freie Unternehmertum wächst der Anteil des nicht-staatlichen Sektors in der Industrie stetig. Die Wiederbelebung neuer Produktionsbranchen muss in diesem Bereich ebenfalls Erwähnung finden. Im vergangenen Jahr haben Kapitalgesellschaften im Industriesektor eine Produktion mit einem Wert von 833,3 Mil. AZN aufzuweisen. Dies sind 3,8% der Gesamtproduktion der Industrie.

Was die einzelnen Bereiche der Wirtschaft mit internationaler Tragweite angeht, muss man betonen, dass im Bergwesen letztes Jahr eine Produktion in Höhe von 16,8 Mrd. AZN (15,4 Mrd. EUR) betrieben wurde, das sind 12,5% mehr gegenüber dem Vorjahr. Binnen des Jahres wurden seitens der Azerbaijan International Operation Company 41,3 Mill. Tonnen Erdöl und 10,1 Mrd. Kubikmeter Erdgas gefördert. Diese Zahlen stellen gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 16,8 und 9% dar. Darüber hinaus haben die in diesem Bereich tätigen Jointventures die Förderung des Erdöls um 5,5% gesteigert. In der Gesamtbilanz wurden 2009 im Land 50,4 Mill. Tonnen Erdöl und 23,5 Mrd. Kubikmeter Erdgas (davon 16,3 Mrd. Kubikmeter marktgängiges Erdgas) gefördert. In der Erdöl- und Erdgasförderung wurde ein Wachstum von 13,5% bzw. 0,8% erzielt.

Bemerkenswert für die Volkswirtschaft Aserbaidschans war die Inbetriebnahme der Goldproduktion im vergangenen Jahr. Die Aserbaidschanische Internationale Bergbau- Gesellschaft hat binnen des letzten Jahres 333 kg Gold gefördert und zur Reinigung eingereicht. Während der Goldpreis auf dem Weltmarkt zunimmt, kann man von einer guten Perspektive der Bergwesensbranche ausgehen.

Die Unternehmer, die im Bergwesen tätig sind, haben 2009 insgesamt 3,2 Mill. Tonnen Kies, Schotter und Stein, 791,5 tausend Tonnen Feinsand, 547,3 tausend Tonnen Kalkstein erzeugt. Im zweitgrößten Zweig der Landesindustrie – im Verarbeitungsbereich – wurden Güter und industrielle Dienstleistungen im Gesamtwert von 4,1963 Mrd. AZN (3,8498 Mrd. EUR) erzeugt. Den Großteil der Produktion machten Nahrungsgüter inkl. Getränke und Tabakprodukte aus. Im Laufe des letzten Jahres ist die Produktion wichtiger Lebensmitteln wie Fleisch, Tee, Zucker, Milch, Butter, Sekt, Bier und Schnaps deutlich gestiegen. Seitens der Unternehmen der Verarbeitungsbranchen wie Stickerei, Näherei, Lederverarbeitung, Ledergüter und Schuhe wurde eine Produktion in Höhe von 77,4 Mil. AZN (71 Mill. EUR) erbracht. Im Zeitraum des Berichts weist vor allem die Produktion von Bettzeug und Bekleidung ein Wachstum auf.

Der zweitstärkste Bereich der Verarbeitungsindustrie ist die Ölverarbeitungsindustrie, die binnen des letzen Jahres eine Produktion in Höhe von 1,3456 Mrd. AZN aufzuweisen hatte. Während des Berichtzeitraums wurden im Land 1237,7 tausend Tonnen KFZ-Benzin, 609,6 tausend Tonnen farbloses Öl, 2366,5 tausend Tonnen Dieselöl und 236,2 tausend Tonnen Ölbitumen hergestellt.

Die Unternehmen der Chemieindustrie haben im Jahr 2009 Gummi und Plastik mit einem Gesamtwert von 163,1 Mill. AZN erzeugt. Im letzten Jahr ist auch die Produktion von Farbemitteln und Lacken sowie Waschmitteln, Fensterrahmen und Jalousie aus Plastik gestiegen. Obwohl der Gesamtwert der Produktion in der Baumaterialienindustrie nicht gestiegen ist, hat die Erzeugung von Asphalt, keramischen Zimmerdecken und Tafeln zugenommen. Die aserbaidschanische Wirtschaft hat im Jahr 2009 1,3 Mill. Tonnen Zement, 18,9 tausend Kubikmeter Baukonstruktionen aus Zement und 5,5 tausend Tonnen Bau-Blocks erzeugt.

Der Gesamtproduktionswert der Güter und Dienstleistungen der Hütten- und Metallindustrie betrug im vergangenen Jahr 169,9 Mill. AZN (155,8 Mill. EUR). Die Produktion der Maschinen- und Anlagenbauindustrie, Elektrotechnik, Transportmittel- und Transportanlagenbau betrug 346,9 Mill. AZN (318,2 Mill. EUR). Im Jahr 2009 ist der Traktorenbau gestiegen. 578 Traktoren wurden binnen des Jahres erzeugt und auf den Markt gebracht. Zum ersten Mal wurden in der Automobilfabrik in Gandscha sechs Autokranen namens „Kapaz“ gebaut. 2009 wurden in Aserbaidschan 9227 Fernseher und 284 Setzkästen hergestellt, was gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung darstellt.

In der Branche der Strom-, Gas- und Wassererzeugung wurde es 17,8 Mrd. kw Strom erzeugt. Davon waren 12,5% Anteil der Wasserkraftwerke und 87,5% der Wärmekraftwerke.

Die Zahl der Beschäftigung in der Industrie betrug 2009 161,2 tausend Mann. Drei Fünftel von ihnen waren im staatlichen und der Rest im privaten Sektor tätig. Der Durchschnittslohn der Beschäftigten in den nicht-staatlichen Unternehmen betrug 524,1 AZN (480,8 EUR), um 1,4fach mehr als der Durchschnittslohn in den staatlichen Unternehmen.

Für die kommenden Jahre wird in unserem Land eine weitere Beschleunigung der Industriealisierung erwartet. Die erfolgreiche Durchführung der neuen Öl-Strategie von Aserbaidschan, der Start zum zweiten regionalen Entwicklungsprogramm sowie die Maßnahmen, die auf die Stimulierung inländischer Produktion ausgerichtet sind, und viele andere Faktoren sprechen für gut Entwicklungsperspektiven der Industrie und Landwirtschaft.